Reichenbach im VogtlandReichenbach im Vogtland
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Walther Böhme

Walther BöhmeOrganist, Komponist, Dirigent

geb. am 6. September 1884 in Leipzig
gest. am 21. Juli 1952 in Reichenbach

Nach dem Besuch der Volksschule besuchte Böhme von 1899 bis 1905 das Lehrerseminar in Grimma. Seine drei Hilfslehrerjahre verbrachte er in der Knabenbürgerschule in Wurzen. Danach wandte er sich vom Lehrerberuf ab, um sich der Musik zu widmen. Die Stadt Reichenbach wurde auf den jungen Musiker aufmerksam und stellte ihn am 1. Juni 1910 als Kantor der Peter-Paul-Kirche an. Mit dem Amt war auch der Musikunterricht an der Bürgerschule verbunden. Den Kirchendienst gab er Ostern 1948 auf.
Kantor Böhme setzte bei den Stadtvätern die Gründung einer städtischen Kapelle mit 20 gelernten Musikern durch. Der Lehrergesangsverein entwickelte sich zu einem großen und leistungsstarken Chor. Ein Frauenchor, dem bis zu 120 Sängerinnen angehörten, ermöglichte die Aufführung großer chorsinfonischer Kompositionen.
Unter seiner Leitung erklangen in Reichenbach zahlreiche bedeutende Werke, was ihm hohe Anerkennung verschaffte. Seine Treue zur Stadt würdigte man mit der Ernennung zum „Städtischen Chormusikdirektor“. Böhme galt als Tondichter der geistlichen Musik. Ein Verzeichnis weist 120 Werke auf, die im In- und Ausland aufgeführt wurden, darunter sieben große Oratorien (u.a. „Die Jünger“, „Der Heiland“, „Bilder aus einer alten Stadt“) und vier Sinfonien. Presse und Publikum feierten Böhme euphorisch. Nach seiner Pensionierung entstanden die drei Kinderopern „Kolumbus“, „Die Schildbürger“ und „Das Spiel von der schönen, jungen Lilofee“.