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Professor Dr. Otto Eduard Schmidt

Professor Dr. Otto Eduard SchmidtLehrer, Schriftsteller

geb. am 21. August 1855 in Reichenbach
gest. am 14. Februar 1945 in Dresden

Als er als siebentes Kind des Lehrers und Kantors Schmidt geboren wurde, ahnte niemand seine besondere Begabung. Er lernte mit den älteren Geschwistern bei den Schulaufgaben, lernte auf Spaziergängen mit dem Vater nebenbei Latein und Französisch und war daher in der Schule seinen Altersgenossen weit voraus. Mit 13 Jahren lernte er Griechisch. Der Direktor der Realschule C. B. Weinhold förderte den lernbegierigen Schüler und als dieser mit 15 Jahren die Aufnahmeprüfung für das Dresdner Kreuzgymnasium mit ausgezeichneten Ergebnissen bestand, erließ man ihm das erste der fünf Schuljahre. Mit 23 Jahren schloss er sein Studium der klassischen Philologie und Geschichte an der Universität Leipzig mit dem Doktortitel ab und wirkte als Gymnasiallehrer in Meißen und Dresden und von 1891 bis 1905 als Professor an der berühmten Fürstenschule St. Afra in Meißen. Später war er Rektor des Gymnasiums Wurzen und des Gymnasiums Albertinum in Freiberg. 1919 wurde er in den Ruhestand versetzt und nahm seinen Wohnsitz in Dresden.
Ab 1895 veröffentlichte Schmidt Untersuchungen zur deutschen Geschichte und ab 1900 insbesondere zur sächsischen Geschichte. Er durchwanderte das ehemalige Kurfürstentum Sachsen, lernte Land und Leute und ihre Vergangenheit kennen. Es erschien sein siebenbändiges Werk „Kursächsische Streifzüge“. Mit Recht wird er als „sächsischer Fontane“ bezeichnet. 181 Bücher, Sonderdrucke und Aufsätze entstammen seiner Feder. In der Nacht zum 14. Februar 1945 wird Schmidt Opfer beim Bombeninferno in Dresden.
Anlässlich seines 70. Geburtstages ernannte ihn 1925 der Rat der Stadt Reichenbach zum Ehrenbürger. Zu seinem 85. Geburtstag 1940 brachte man am Geburtshaus in der Langen Gasse 8 eine Gedenktafel an. Eine Straße im Neubaugebiet West ist nach Prof. Schmidt benannt.