Reichenbach im VogtlandReichenbach im Vogtland
Reichenbach im Vogtland Reichenbach im Vogtland
CZ  PL  EN

Emil Leonhardt (Pseudonym E. Leinweber)

Emil LeonhardtBeamter, Mundartdichter

geb. am 7. Oktober 1862 in Reichenbach
gest. am 20. Juni 1958 in Reichenbach

Der Sohn einer Reichenbacher Tuchmacherfamilie musste schon mit 7 Jahren täglich das Spulrad drehen, um den kargen Lohn seiner Eltern mit zu verdienen. Nach dem Besuch der Bürgerschule trat er als Lehrling in städtischen Dienst und arbeitete sich durch Fleiß bis in die verantwortungsvolle Stellung eines Verwaltungs-Obersekretärs empor. Durch seine dienstliche Tätigkeit und vor allem durch seine vielseitige ehrenamtliche Arbeit in gemeinnützigen Vereinen war er in Reichenbach eine sehr bekannte Persönlichkeit. Emil Leonhardt wirkte im Touristen- und späteren Verschönerungsverein, im Stenographen-, im Turn- und im Vogtländischen Gebirgsverein. Er bekleidete Funktionen bis hin zum Vereinsvorsitzenden und widmete seine Kraft der Natur und der Verschönerung der Umwelt.
Unter dem Pseudonym E. Leinweber schrieb er Gedichte, Geschichten und dramatische Stücke, die er von 1900 bis 1936 in 42 Bändchen z. T. im Eigenverlag herausbrachte. In seinen Arbeiten hielt er die originale Reichenbacher Volkssprache sowie Sitten und Brauchtum der Bevölkerung dokumentarisch fest. Eine Tafel an seinem Wohnhaus in der Elisabethstraße 4, in der er von 1905 bis 1958 lebte, erinnert an den bekanntesten Vertreter der nordvogtländischen Mundartdichtung. Im Neubaugebiet West ist eine Straße nach „Leinweber“ benannt.